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Salmonellen-Studie

Fall-Kontroll-Studie zu Risikofaktoren für sporadische Salmonellen-Infektionen

Als Salmonellose wird eine von Salmonellen verursachte Magen-Darm-Erkrankung bezeichnet die meist mit schwerem Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Fieber einhergeht. Salmonellenerkrankungen gehören zu den Zoonosen, darunter versteht man Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können, meist durch den Verzehr von tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch oder Eiern. Besonders betroffen von der Kontamination mit Salmonellen sind Lebensmittel, die nicht kontinuierlich gekühlt wurden. Etwa 80% aller gemeldeten Salmonellosen sind Einzelerkrankungen, sogenannte sporadische Fälle, bei denen meist keine Infektionsquelle eingegrenzt werden kann.

Um Risikofaktoren für sporadische Salmonelleninfektionen zu identifizieren führte das Niedersächsische Landesgesundheitsamt in Zusammenarbeit mit niedersächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten sowie dem Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung der Tierärztlichen Hochschule Hannover und dem Robert-Koch-Institut eine Fall-Kontroll-Studie durch. Erkrankte Personen sowie zufällig ausgewählte, nicht erkrankte Personen wurden zu ihrem Nahrungsmittelverzehr, bestimmten Aktivitäten sowie anderen Faktoren wie z.B. Medikamenteneinnahme befragt. Die erste Studienphase wurde von 2008 bis 2010 durchgeführt, die zweite Studienphase zwischen 2011 und 2013.

Der Befragungszeitraum der zweiten Studienphase wurde mit Ende November 2013 abgeschlossen. Insgesamt wurden zwischen 20. März 2012 und 20. November 2013 circa 3500 Fragebögen verschickt, nach Plausibilitätsprüfung und Datenbereinigung konnten 1127 vollständig ausgefüllte Fragebögen (416 Fälle, 711 Kontrollen) ausgewertet werden. Die Datenanalyse zeigt einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen sporadischen Salmonellosen und dem Verzehr von rohem Mett, der Einnahme von magensäurehemmenden Medikamenten sowie dem Verzehr von Fleisch, welches außer Haus zubereitet wurde. Eine Subtypen-spezifische Auswertung identifizierte Auslandsreisen als Risikofaktor für Infektionen mit dem Serovar S. Enteritidis und Verzehr von rohem Mett als Risikofaktor für S. Typhimurium-Infektionen. Damit bestätigt und erweitert die aktuelle Analyse die Ergebnisse aus der ersten Studienphase. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung ist in Vorbereitung.

Die Fall-Kontroll-Studie zu sporadischen Salmonellosen ist Teil eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes zu lebensmittelbedingten Zoonosen mit der abgekürzten Bezeichnung FBI-Zoo (Lebensmittelbedingte zoonotische Infektionen beim Menschen, http://fbi-zoo.net).

Wir bedanken uns bei allen Studienteilnehmern sowie bei den Gesundheitsämtern für Ihre Unterstützung!


Projekt lebensmittelbedingte Zoonosen

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