Fall-Kontroll-Studie zu Risikofaktoren für Salmonellen-Infektionen 2012-2014 (2.Phase)
Ähnlich wie in der ersten Studienphase (siehe unten) werden an Salmonellose erkrankte Personen (Fallpersonen) und zufällig ausgewählte, nicht erkrankte Personen (Kontrollpersonen) zu möglichen Risikofaktoren für Salmonellenerkrankungen befragt. Solche Risikofaktoren können außer verzehrten Lebensmitteln z.B. auch Tierkontakte oder Auslandsaufenthalte sein. Ebenso können Vorerkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente eine Rolle spielen. Außerdem ist von Interesse, in wie weit Hygienebewusstsein und Hygieneverhalten einen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko haben.
Diese Aspekte werden in einem gedruckten Fragebogen, den Fallpersonen und Kotrollpersonen per Post zugeschickt bekommen, erfragt. Die Auswertung wird in einem sogenannten gematchten Design erfolgen. Das bedeutet, dass für jede Fallperson mindestens eine in Alter und Geschlecht übereinstimmende Kontrollperson befragt werden muss. Diese Kontrollperson bildet dann zusammen mit ihrer zugehörigen Fallperson ein „Studienpärchen". Da sowohl verzehrte Nahrungsmittel als auch andere Aktivitäten von der Jahreszeit, dem Wetter und auch von den Wochentagen (Wochenende oder Arbeitstage) beeinflusst werden, ist es wichtig, dass die Antworten der jeweiligen Kontrollperson sich auf den gleichen Zeitraum wie die Antworten der zugehörigen Fallperson beziehen. Deshalb wird jede Kontrollperson zu einem festgelegten Beobachtungszeitraum, der dem wahrscheinlichen Infektionszeitraum der Fallperson entspricht, befragt.
Für diese 2. Studienphase wurden, basierend auf den Ergebnissen der ersten Studienphase, 12 niedersächsische Landkreise ausgewählt, in denen Befragungen durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um die Landkreise Aurich, Cuxhaven, Diepholz, Goslar, Grafschaft Bentheim, Nienburg, Northeim, Osnabrück, Osterode, Stade, Vechta, Wesermarsch und die Städte Göttingen und Osnabrück. In diesen Landkreisen erhalten die Fallpersonen den Fragebogen für die Salmonellen-Studie. Die Kontrollpersonen werden aus den gleichen Landkreisen wie die Fallpersonen zufällig - aber in Alter und Geschlecht der Fallperson entsprechend - ausgewählt (aus Einwohnermeldeamtsdaten). Wenn Sie also als Kontrollperson ausgewählt wurden, liegt das daran, dass bei einer Person gleichen Alters und Geschlechts aus Ihrem Landkreis kürzlich eine Salmonellose diagnostiziert wurde. Für den Erfolg der Studie ist es von großer Bedeutung, dass die ausgewählten Kontrollpersonen ebenso wie die Fallpersonen die Studie unterstützen, indem Sie den Fragebogen sorgfältig ausfüllen und an das NLGA zurück senden. Für Ihre Mühe möchten wir uns an dieser Stelle schon ganz herzlich bedanken.
Fall-Kontroll-Studie zu sporadischen Salmonellosen 2008-2010 (1.Phase)
Um Anhaltspunkte für die Risikofaktoren der bisher ungeklärten Salmonelleninfektionen zu erhalten, führte das Niedersächsische Landesgesundheitsamt in Zusammenarbeit mit den niedersächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten eine Studie durch, bei der Personen, die an einer sporadischen Salmonellose erkrankt waren, zu ihren Aktivitäten und ihrem Nahrungsverzehr in den letzten drei Tagen vor ihrer Erkrankung befragt wurden. Um die Befragungsergebnisse mit den Gewohnheiten nicht erkrankter Personen vergleichen zu können, wurden außerdem zufällig ausgewählte Kontrollpersonen in Niedersachsen in entsprechender Weise befragt. Darüber hinaus wurden auch Personen mit nicht durch Lebensmittel übertragenen Durchfallerkrankungen, z.B. mit Rotavirusinfektionen, befragt. Insgesamt nahmen in 2 Jahren 2779 Personen an den Befragungen teil. Die Ergebnisse der Studie zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Schweinefleischprodukten, insbesondere von rohem Mett und Infektionen mit Salmonellen des Serovars Salmonella Typhimurium. Infektionen mit dem Serovar Salmonella Enteritidis, die oft im Zusammenhang mit dem Verzehr von Roheispeisen oder dem Verzehr von Hähnchenfleisch, auftreten, sind in den letzten Jahren seltener geworden. Dabei könnten erfolgreiche Präventionsmaßnahmen, wie die Kontrolle von Geflügelbetrieben auf Salmonellen ebenso eine Rolle spielen wie ein steigendes Bewusstsein der Menschen über die Infektionsrisiken durch nicht ausreichend erhitzte Geflügelprodukte (Fleisch und Eier). Produkte aus rohem Schweinefleisch stellen anscheinend weiterhin ein nennenswertes Infektionsrisiko für Salmonellen dar. Dies könnte ein Ansatzpunkt für weitere Präventionsmaßnahmen sein. Folgenden Laboren danken wir für ihre Unterstützung:- Klinikum Braunschweig
- LADR GmbH, Medizinisches Versorgungszentrum Braunschweig, John
- Medizinisches Labor Bremen
- Laborzentrum Bremen, LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum Bremen
- Labor Schumacher und Partner Bremerhaven
- Medizinisches Labor Celle
- LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum, Dr. Kramer und Kollegen, Geesthacht
- MVZ wagnerstibbe für Laboratoriumsmedizin, Göttingen
- Medizinische Mikrobiologie - Universitätsmedizin Göttingen
- MEDILYS Zentrales Labor, Asklepios Kliniken Hamburg GmbH
- Bio scientia MVZ Hamburg
- Praxisgemeinschaft Dres. Peter Elze und Karsten Zwirner
- Partnerschaftspraxis für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie, Hameln/Hildesheim
- Klinikum Region Hannover, Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene
- LADR GmbH, Medizinisches Versorgungszentrum Hannover
- Medizinisches Labor Hannover, Dr. Thomas Lehners
- Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
- Labor Krone, Herford
- Labor Lehrte, Drs. Hauß
- Labor Centrum Nordhorn
- Medizinisches Labor Oldenburg
- Laborarztpraxis Osnabrück, Dr. med. J. Enzenauer und Kollegen
- Institut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie, Haemostaseologie und Transfusionsmedizin, Marienhospital Osnabrück
Diese Fall-Kontroll-Studie zu sporadischen Salmonellosen bei Menschen in Niedersachsen (Phase1 und Phase2) ist Teil eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes zu lebensmittelbedingten Zoonosen mit der abgekürzten Bezeichnung FBI-Zoo (Lebensmittelbedingte zoonotische Infektionen beim Menschen, http://fbi-zoo.net).
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Salmonellosen sind bedeutsame Zoonosen
Salmonellen sind bakterielle Infektionserreger, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden können (oft über Lebensmittel). Daher zählt die Salmonellen-Erkrankung, die Salmonellose, zur Gruppe der sog. Zoonosen. Salmonellen kommen bei vielen Tierarten vor, ohne dass sie bei den Tieren Krankheitssymptome verursachen. Sie werden nicht nur bei Nutztieren gefunden, sondern z.B. auch bei wilden Vögeln, Reptilien und Nagetieren. Zur Bedeutung des Vorkommens von Salmonellen in der belebten und unbelebten Umwelt für menschliche Infektionen gibt es daher noch viele ungeklärte Fragen.
Bekanntermaßen wird ein Teil der Salmonellenerkrankungen durch den Verzehr von bestimmten Lebensmitteln, die nicht kontinuierlich gekühlt wurden, hervor gerufen. Dafür kommen insbesondere Süßspeisen oder Salate mit rohen Eiern oder Mayonnaise in Betracht. Salmonellen werden aber auch gelegentlich in Lebensmitteln, deren tierische Herkunft nicht so offensichtlich ist, gefunden, z.B. Schokolade, Tomaten, Mandeln, Salat, Sprossen, usw. Nur in ca. 20% der gemeldeten Salmonellosen ist eine wahrscheinliche Infektionsquelle auszumachen. Alle übrigen Salmonellosen sind Einzelerkrankungen (sporadische Fälle) bei denen die Infektionsursache im Dunkeln bleibt.
Salmonellosen gehören zu den häufigsten meldepflichtigen Krankheiten. Sie verlaufen zwar in den seltensten Fällen tödlich, jedoch kommen bei Kleinkindern und älteren Menschen oft schwere Verläufe vor. Die direkten Kosten für Salmonellenerkrankungen werden in Deutschland auf eine Milliarde Euro jährlich geschätzt.
Niedersachsen Portal